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Eine kleine Anekdote möchte ich zum Thema Gerüche noch loswerden: Eine Zuchtanfängerin rief mich eines Tages völlig entsetzt an und berichtete, ihre vier Tage alten Kätzchen litten sicher an einer heftigen Lungenentzündung oder an Husten oder ähnlich Schlimmem. Ich ließ mir die Symptome schildern und erfuhr so, dass die Gute sich nach der Geburt der Kitten erst einmal frei genommen hatte und nun nach vier Tagen müsse sie wieder zur Arbeit und ausgerechnet jetzt werden die Kätzchen krank. Um es kurz zu machen: Sie hatte wohl ein ausgiebiges gut parfümiertes Duschbad genossen, um wieder richtig fit und sauber für den Job zu sein ... und als sie noch mal in die Wurfkiste fasste, um die Kleinen noch mal zum Abschied zu streicheln, haben diese gefaucht und gespuckt als ginge es ums Leben. Die Kleinen hatten ihren Geruch nicht erkannt und wer schon einmal kleine Kätzchen erbittert fauchen und spucken hörte, wird ihr anfängliches Entsetzen sicher verstehen.

Shakira
mit ihren Geschwistern
an der Milchbar ihrer Mama,
New Horizon Tansania.
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Allein an diesem Verhalten ist nichts Krankhaftes, es diente zu Zeiten, als Katzen sich noch fernab vom Menschen durchs Leben schlagen mussten, einfach dazu, einen Feind, der das Wurfnest entdeckt hatte, womöglich doch noch abzuschrecken, um zu verhindern, dass die Kätzchen der Bereicherung seines Speisezettels dienten.
Der "Katzenpapst" Professor Paul Leyhausen hat in seiner Arbeit erkannt, dass es bei Katzen nicht ein Prägungsvorgang ist, welcher sich nach Versäumen einer sensiblen Phase nicht mehr nachholen ließe, der Katzen mit dem Menschen oder auch dem Hund vertraut werden lässt, sondern anscheinend um einen reinen Lernvorgang. Je früher dieser aber einsetzt, desto besser "sitzt" das gezeigte Verhalten später. "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" gilt zwar nur bedingt, denn sonst wäre es ja schlichtweg unmöglich, eine erwachsene Katze noch an beispielsweise einen Hund zu gewöhnen, aber Tatsache ist, dass eine Katze, welche mit einem "katzenfreundlichen" Hund aufgewachsen ist, es viel leichter hat, die Körpersprache eines Hundes zu lesen und eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Hund aufzubauen.
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