|
Ist wirklich alles, was wir an Verhalten bei unseren Kleinen beobachten, angeboren? Oder ist vieles vom Verhalten der Katzenkinder erlernt? Tatsache ist, dass der Charakter der Elterntiere, und zwar beider Eltern, auch wenn die Kitten ihren Vater eigentlich nie zu Gesicht bekommen, da er viele Autobahnkilometer weit weg lebt und "Mutterkatz" ihn nur für ein paar heiße Liebesnächte besucht hat, einen Einfluss auf den späteren Charakter der Kleinen hat. Es lohnt sich also, bei der Zuchtauswahl auch auf das Wesen der Elterntiere Wert zu legen.
Auch bei den Hunden wird bei vielen Rassen hier schon eingehakt und die Rasseclubs veranstalten Wesenstests, deren Ergebnis neben gesundheitlichen und optischen Aspekten über eine spätere Zuchtverwendung entscheidet. Bei unseren Katzen wird eine reine Schönheitszucht betrieben und das Wesen spielt bei der Zuchtauswahl leider meist eine untergeordnete Rolle. Zwar ist es möglich, auch aus einem völlig "behuschten" Muttertier noch wirklich anständige Kätzchen zu ziehen ... aber man muss sich als Mensch dann doppelt anstrengen, denn die Kätzchen sehen und imitieren natürlich das Verhalten ihrer Mutter in erheblichem Maße. Rast die Katzenmutter wie vom Blitz getroffen unter das nächste Möbelstück, sobald es an der Haustür klingelt, werden die Kätzchen es ihr nachmachen und wenn sie das schützende Versteck niemals verlässt, sobald ein Fremder im Haus ist, wird es auch bei den Kleinen sehr lange dauern, bis womöglich die Neugierde siegt und sie sich doch trauen, den fremden Menschen einmal zu beschnüffeln.
Es lohnt sich also, bereits bei der Auswahl der Zuchttiere besonderes Augenmerk auf unbefangenes, selbstsicheres, menschenbezogenes Wesen zu legen, denn dann tut man sich wesentlich leichter.
|