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Die Erben des wilden Serval!
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Joyce Srouve - A1 Savannahs
Ein Interview von Monika Binder, Katzen Extra

A1 SAVANNAHS
Joyce Sroufe
7750 W. Riverview Rd
Ponca City
Oklahoma 74601
Exoticcats.com
Katzen extra: Joyce, Sie gelten als die erste wirklich aktive Savannahzüchterin auf der Welt und haben nun bereits neun Jahre Erfahrung in der Zucht von Savannahs. Was waren für Sie die wichtigsten Gründe, sich der Zucht dieser wundervollen Katzen zu widmen?

Joyce Srouve: Als langjährige Züchterin von exotischen Katzen (Serval, Asian Leopard Cat, Karakal und andere), kenne ich den Wunsch der Menschen nach einer Wildkatze als Haustier. Für die meisten, die davon träumen, wird es aber immer ein Wunsch bleiben, denn die Haltung einer "echten" Wilden ist normalerweise einfach nicht praktikabel. Als ich von einer Bengalzüchterin namens Judy Frank hörte, welcher es 1980 gelang, seinen Serval mit einer "Domestic" (wenn wir den Begriff im Folgenden benutzen, bedeutet er nichts anderes als Haus- oder Rassekatze) zu verpaaren. Aus der Verbindung wurde ein Kätzchen geboren.
Nun versuchte ich mein Glück in der Verpaarung von einem Serval mit einer Domestic. 1989 begann ich mit meinem Zuchtprogramm; doch es dauerte vier Jahre, bis meine Ausdauer mit lebendigen Kätzchen belohnt wurde. Ende 1993 wurde mein erster Savannahwurf geboren und bereits 1994 kamen vier Savannahwürfe zur Welt. Als ich meine ersten F1-Kitten bekam, traute ich mich wochenlang nicht, irgendjemandem von meinen Babys zu erzählen, ich hatte regelrecht Angst davor, sie irgendwie zu verwünschen, mein Glück wieder zu verlieren - doch alles wurde gut und die Kleinen gediehen prächtig! Nun wusste ich, dass ich mit diesen Kitten den Grundstein für eine neue faszinierende Rasse mit einem unvergleichlichen Temperament gelegt hatte.

Katzen extra: Viele Menschen hier in Europa sind überzeugt, dass Katzen aus Hybrid-Rassen, zu denen ja auch die Savannah gehört, nicht so leicht als Haustiere zu halten sind. Sie haben mehr als 20 Jahre Erfahrung mit der Zucht von Wildkatzen und Sie sind auch durch die Zucht Ihrer Foundation-Bengalen bekannt geworden. Könnten Sie bitte unseren Lesern erklären, wo die Unterschiede zwischen der Haltung einer Wildkatze, einer Foundation-Bengal (F1 und F2) und einer Savannah aus den ersten beiden Generationen (F1 und F2) liegen?

Joyce Srouve: Servale sind wundervolle Tiere, aber wirklich nichts für jedermann! Ein Serval hat nicht von sich aus den Drang, "stubenrein" zu werden. Man muss wirklich mit ihnen trainieren, damit sie halbwegs sicher eine Katzentoilette annehmen. Und auch wenn sie an die Katzentoilette gewöhnt sind, werden sie sich immer mal wieder an einer anderen Stelle lösen. Wenn Servale älter werden (etwa mit zwei Jahren), wird es immer schwerer, Änderungen in ihrem Tagesablauf zu etablieren oder sie an neue Dinge zu gewöhnen. Sie mögen es nicht, aus ihrem gewohnten Umfeld herausgenommen zu werden.
Die Savannahs der F1 lassen sich leichter auf Veränderungen ein, stehen aber Fremden zunächst einmal skeptisch gegenüber. Sie lassen sich aber mit Spielzeug leicht ermutigen, auf Ihre Gäste zuzugehen und auch mit ihnen zu spielen. Der Sozialisation der Kitten kommt besondere Bedeutung zu: Je mehr man sich mit der Savannah als Kitten beschäftigt, desto angenehmer ist ihr Wesen als Erwachsene. Bei mir gab es noch nie Probleme mit der Stubenreinheit der Savannah, im Gegenteil, sobald sich die Kleinen außerhalb der Wurfkiste bewegten, schienen sie instinktiv zu wissen, wofür eine Katzentoilette erfunden wurde. Eine F1-Savannah mag nicht so gerne auf den Arm genommen werden, wird Ihnen aber auf Schritt und Tritt an den Fersen kleben wie ein Hund. Die meisten der F2-Savannahs sind schon richtige Schoßkatzen. Was die Größe angeht, habe ich festgestellt, dass bei den Katern die F1 und F2 eine sehr ähnliche Größe haben, bei den Mädchen gibt es schon größere Unterschiede zwischen der F1 und der F2.
Der Serval ist, wenn er aus einer Handaufzucht stammt, also mit der Flasche großgezogen wurde, ein sehr liebenswertes Haustier für die Person, die ihn aufgezogen hat ... aber eben nur für diese. Fremden gegenüber kann er aber sehr kratzbürstig werden und seinen Unmut durch massives Fauchen kundtun. Daher verwende ich auf die Aufzucht meiner Exoten sehr große Sorgfalt und suche die Plätze wirklich nach strengen Kriterien aus, da ich für jedes Tier die 100%ige Gewähr haben möchte, dass es sein ganzes Leben lang einen Platz als Familienmitglied sicher hat. Das entzückende freundliche, hingebungsvolle Wesen eines Servals gegenüber seinem Besitzer zeigt auch die Savannah. Sie hat in ihrem Verhaltensrepertoire auch das typische Köpfchengeben und das Aufstellen der Schwanzhaare, das ich auch vom Serval kenne. Auch das für Servale typische "Hüpfen" sowie seine spezielle Art zu gehen, findet man bei der Savannah wieder. Eine Savannah wird immer einen Weg finden, Ihnen klarzumachen, dass sie jetzt mit Ihnen spielen möchte: Sie befördert einfach ihr Spielzeug in Ihre Schuhe, in Ihr Wasserglas, in Ihre Kaffeetasse oder Ihre Hand ... jeder der eine Savannah sein Eigen nennt, ist begeistert von der hohen Intelligenz dieser Katzen.
Die Asian Leopard Cat (ALC), aus welcher die Bengal entstand, ist eine kleine eher scheue Katze, die wenn sie mit der Flasche aufgezogen wurde, für einige Zeit zahm wird, aber meist in einem Alter von etwa sechs Monaten wieder relativ "unhandelbar" wird. Gut, es gibt Ausnahmen, aber auch die F1-Bengal wird meist diese Scheu zeigen, selbst wenn man sie bereits von einem sehr frühen Zeitpunkt an von der Mutter separiert und mit der Hand aufzieht. Dabei möchte ich klarstellen, dass ich die Foundation-Bengalen wirklich sehr liebe - und die Rasse an sich keineswegs abwerten möchte, mein Herz hängt an der Bengal ebenso wie an der Savannah. Mein ALC wird demnächst 16 Jahre alt und hat mir erst kürzlich wieder einen Wurf äußerst bezaubernder F1-Kitten ermöglicht. Doch glaube ich, dass man mit der Bengal der F1 deutlich mehr Mühe hat, sie zu einem gut sozialisierten Kitten zu machen, als mit der F1 der Savannah. Ich habe viele Foundation-Bengalen großgezogen und wirklich jedes der Kleinen sehr geliebt. Durch meine Erfahrungen habe ich den Eindruck gewonnen, dass sie trotz großer Sorgfalt bei der Aufzucht unsicherer auf Geräusche und Fremde reagieren (dies scheint sich durch das unterschiedliche Verhalten der ALC als eher scheue Jägerin auf einige der F1-Bengalen zu vererben), als die etwas selbstbewussteren, wesentlich weniger scheuen Savannahs der ersten Generation. Mit einer F2-Bengal lebt es sich schon wesentlich unproblematischer.

Katzen Extra: Wir sind überzeugt, dass sich nach Erscheinen dieses Artikels viele unserer Leser für die Savannah interessieren werden und auch sicher einige versuchen werden, mit der Savannahzucht zu beginnen. Was würden Sie diesen Zuchtanfängern raten - worauf sollten Sie achten und was sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden?

Joyce Srouve: Wir erleben ein überwältigendes Interesse an der Savannah sowohl vonseiten der Liebhaber als auch vonseiten der Züchter. Wenn Servale mit Domes-tics verpaart werden, bekommen wir nicht immer Kitten, die voll ausgetragen sind ... daher wird die Zahl der F1- Savannahs immer limitiert sein. Daraus resultiert ein ziemlich hoher Preis für die F1-Kätzinnen, die F2 ist etwas günstiger im Preis. Wenn jemand Savannahs züchten möchte, sollte er sich darüber im Klaren sein, dass sie nicht gut mit kleinen Gehegen/Räumlichkeiten zurechtkommen. Die Kätzinnen können natürlich im Haus gehalten werden, aber man muss sich darüber im Klaren sein, dass insbesondere viele F1-Damen während der Rolligkeit markieren.
Ich denke, dass die Marble-Zeichnung noch für eine längere Zeit nicht im Standard erlaubt sein wird und da wir auch das Rosettenmuster nicht so gerne sehen, sollte man immer versuchen, Paarungspartner zu verwenden, die nicht rosetted sind. Savannahs sind gute, oft recht protektive Mütter, die aber in der F1 und der F2 meist nur zwei bis vier Kitten zur Welt bringen. Bis jetzt hatte noch keine meiner Damen Probleme bei der Geburt ihrer Kitten. Ich möchte den Zuchtinteressenten wirklich nahe legen, sich an die F1-Savannahs mit 50 % Servalanteil zu halten und nicht auf eine höherprozentige F1 mit 65 % oder gar 75 % zu reflektieren. Oder Sie nehmen gleich eine F2. Sie werden sehen, dass eine 50%ige F1 oder eine F2 einfach besser für die Zucht geeignet sind. Ich bin mittlerweile bei der sechsten Generation angelangt, und das bei Savannah mit Savannah-Verpaarung. Die Kater aus der fünften Generation scheinen alle fruchtbar zu sein, wohingegen meine Kater aus der vierten Generation alle unfruchtbar waren. Es mag einige Kater aus der vierten Generation geben, die zeugungsfähig sind, so wie es diese auch bei den Bengalen gibt, aber ich würde nicht meine Zeit mit erfolglosen Verpaarungsversuchen eines möglicherweise sterilen Katers mit einer meiner wertvollen Savannahkätzinnen verschwenden.

Katzen Extra: Was ist Ihr persönlicher Wunsch für die Zukunft dieser neuen Rasse?

Joyce Srouve: Die Zukunft der Savannah liegt nun in den Händen anderer. Ich hoffe sehr, dass alle Züchter weiter auf den Look des Servals hinarbeiten und sich bemühen, die Größe, Zeichnung und vor allem auch das einzigartige Wesen der Savannah zu erhalten.

Katzen extra: Vielen Dank Joyce, dass Sie sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten. Wir wünschen Ihnen und Ihren Katzen alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei der Zucht.

(Interview und Übersetzung aus dem Englischen: Monika Binder)



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